Bodenbearbeitung

Bodenbearbeitung

Die Arbeiten liegen zwar schon ein paar Wochen zurück – bei der Selbstständigkeit kommt eben immer etwas dazwischen. Trotzdem wollen wir euch das nicht vorenthalten, und zeigen was auf unseren Flächen passiert. 🚜

Ende Oktober wurde auf dem Acker eine Gründüngung eingearbeitet – ein zentraler Bestandteil des Bioland-Anbaus. Die verwendete Mischung bestand aus Senf, Phacelia, Ölrettich, Buchweizen und weiteren Arten. Durch unterschiedlichen Wurzelstrukturen dringen die Pflanzen verschieden tief in den Boden ein und sorgen für eine natürliche Lockerung.
Zuerst wurde der Boden mit einer Scheibenegge flach vorgelockert, in einer Tiefe von etwa 6–8 cm.

Anschließend kam die Fräse zum Einsatz, die die Pflanzenmasse mit dem Boden vermischte. Dieses Verfahren wird als Flächenmulchen bzw. Flächenrotte bezeichnet. Dabei beginnt die organische Substanz direkt im Oberboden zu kompostieren.
Die Bodenmikroorganismen zersetzen das Material langsam, sodass bis zum Frühjahr der größte Teil bereits zu Humus umgebaut ist und der nachfolgenden Kultur als Nährstoffquelle dient.

Für diesen Acker war die Aussaat von Ackerbohnen vorgesehen. Die Aussaat konnte zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgen, weil die beauftragten Lohnunternehmer entweder keine geeignete Maschine zur Verfügung hatten oder keine Kapazitäten frei waren.

Auf den Aufnahmen ist gut zu erkennen, wie flach die Bearbeitung erfolgt. Ein wesentlicher Vorteil der flachen Bearbeitung liegt im Schutz der Regenwürmer. Im Spätherbst und Winter ziehen sich Regenwürmer in tiefere Bodenschichten von etwa 15–20 cm zurück und legen dort ihre Kokons ab.

Tiefe Bodenbearbeitung oder Pflügen würde diese Lebensräume zerstören; häufig findet man dann verletzte oder an die Oberfläche beförderte Würmer. Durch die oberflächliche Einarbeitung bleiben sie ungestört und erhalten gleichzeitig frisches Futter, denn das eingearbeitete Pflanzenmaterial dient ihnen als Nahrungsquelle.

Die tiefergehende Bodenlockerung wird dadurch den Regenwürmern und den Wurzeln der Gründüngungspflanzen überlassen.

research