Mal dagegen halten!

Mal dagegen halten!

Mal dagegen halten: Unser Leserbrief war in der Zeitung!

Im Zuge der Weltleit-Messe für Bio-Lebensmittel, der Biofach in Nürnberg, brachte die @RHEINPFALZ einen Artikel zum Thema: „Bio-Lebensmittel boomen“. Und berichtete von den Umsatzsteigerungen im Bio-Lebensmittelhandel, vom Anstieg der Bio-Anbaufläche in Deutschland und den erfreulichen Nachrichten für Bio-Betriebe mit Abokisten und Direktvermarktung.

Prompt gab es einen Leserbrief (siehe Bild), der uns schwer verblüffte. Der die Entwicklung in Frage stellte bzw. sich wunderte, dass der Bio-Anteil trotz allem bei „mageren 6,8 %“ liegt. Außerdem wurde die Problematik von immer größeren Agrar-Importen und -Exporten angerissen. Die Schlussfolgerung war folgende: „Je mehr Bio in Deutschland produziert wird, desto mehr Lebensmittel werden auf der ganzen Welt zugekauft.“

Dem mussten wir entgegen halten. Unsere (ungekürzte) Antwort könnt ihr hier nachlesen:

„Wir waren doch sehr verblüfft über den von Ihnen aufgestellten Zusammenhang zwischen „je mehr bio in Deutschland angebaut wird, desto mehr Lebensmittel werden aus der Welt zugekauft“. Dieser lässt sich recht einfach widerlegen: Thema Import von Futtermitteln und Export von Fleisch in alle Welt.

Dass der Umsatz an Bio-Lebensmittel trotz riesiger Agrar-Importe nur „magere 6,8 %“ Prozent ausmacht, hat einen einfachen Grund: Zu den Agrar-Importen gehören nun mal auch die riesigen Mengen Futtermittel (z.B. Soja), die für die deutsche Fleisch- und Milchproduktion benötigt werden. Und wie Sie richtig sagen: Mit allen negativen Folgen dort (Abholzung des Regenwaldes) und hier (Flächenbelegung). Und was passiert anschließend mit großen Teilen der Fleisch- und Milchprodukte? Deutschland ist „Exportweltmeister bei Schweinefleisch, Milch und Milcherzeugnissen“ (Quelle: BMEL und DBV). Und genau das ist das Problem.

Bio-Landwirtschaft ist trotz niedrigerer Erträge durchaus in der Lage die hiesige Bevölkerung zu ernähren: Wenn endlich umgedacht wird, weniger tierische Produkte auf dem Teller landen, weniger weggeworfen wird und mehr landwirtschaftliche Fläche zur direkten Nahrungsmittelproduktion verwendet werden.

Auf 10 Millionen Hektar, das ist mehr als die Hälfte (61 %) der landwirtschaftlich genutzt Fläche Deutschlands, wird Futter für Nutztiere angebaut. Diese Fläche kann locker die niedrigeren Erträge im Bio-Anbau kompensieren. Vom Vorteil für Umwelt, Grundwasser, Artenvielfalt, Bodengesundheit mal abgesehen. Und dass der Bio-Anteil stetig wächst ist meiner Meinung nach nicht wegen, sondern trotz der momentanen Agrarpolitik der Fall…“