So bauen wir Himbeeren an

So bauen wir Himbeeren an

Den Artikel in der Rheinpfalz mit dem Titel „Der Herr der Himbeeren“ vom 19.05.2021 nehmen wir zum Anlass, zu beschreiben, wie der alternative Anbau von Himbeeren aussehen kann.

Im konventionellen Anbau werden Himbeeren in einem Substrat aus Kokos und Torf in Töpfen angebaut. Jährlich werden neue Pflanzen angeschafft, mit neuem Substrat gefüllt, mit Nährlösungen gefüttert, und danach als „hochwertiger Dünger“ auf den Feldern ausgebracht. Und im nächsten Jahr wieder von vorn. Dies wird als Kreislauf dargestellt – ist aber tatsächlich eine Einbahnstraße: Der Torf stammt aus dem umstrittenen Abbau von Mooren. Auch die Gewinnung von Kokosfasern ist weder regional, noch national möglich. Den Mooren wird nichts zurückgegeben und auch zu den Kokosplantagen fließen keine Nährstoffe aus dem hiesigen Himbeeranbau zurück.

Unser Ansatz ist, die Himbeeren direkt im Boden wachsen zu lassen. Dort werden sie zwar ebenfalls bewässert und bei Bedarf mit Nährstoffen unterstützt, sollen den Großteil der Nährstoffe aber selbst aus dem Boden ziehen. Diese reichern wir dort z.B. durch Gründüngungen, also der Einsaat von ausgewählten Pflanzen in den Zwischengängen, an. Unsere Himbeeren werden mehrere Jahre lang genutzt, gepflegt und geerntet. Das bedeutet zwar wesentlich mehr Arbeit, kommt aber näher ran an das System „Kreislauf“.

Natürlich gibt es Schädlinge, die mit uns um die wertvollen Beeren konkurrieren. Aber die die Suche nach immer neuen Pflanzenschutzmitteln – und die damit verbundene Abhängigkeit von der Agrarindustrie – lehnen wir ab. Wie können wir uns selbst helfen? Ist es nicht zukunftsweisender, gemeinsam mit der Natur Nahrungsmittel zu produzieren und dabei ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen aufzubauen?

Es gibt Alternativen, die uns die Natur schon bietet. Dazu gehört sicherlich viel Mut, Eigeninitiative und Motivation. Der erfolgreiche Anbau von Bio-Himbeeren in unseren biologisch-organisch kultivierten Anlagen beweist: Es geht auch anders!