Thema 6/7: Hofnachfolge

Thema 6/7: Hofnachfolge

Für 79 % der landwirtschaftlichen Betriebe existiert keine Hofnachfolge oder sie ist ungewiss. Erschreckend?

Der Beruf der Landwirtin/des Landwirts ist heute scheinbar ein nicht mehr allzu lukrativer Job. Natürlich hat fehlende Nachfolge auch mit den heutzutage steigenden Möglichkeiten und der größeren Flexibilität, höheren Ansprüchen an die work-life-balance, sowie Entscheidungsfreiheit der nachfolgenden Generation innerhalb der Bauernfamilien zu tun. Was natürlich eine positive gesellschaftliche Entwicklung ist! Heute wird meist nicht mehr von den Kindern erwartet, dass sie den elterlichen Betrieb wie selbstverständlich weiterführen. Sie können und dürfen ihre eigenen Wege gehen. Und das finden wir super!

Trotzdem: Die fehlende Hofnachfolge zeigt auch, dass die Arbeit in der Landwirtschaft heutzutage irgendwie nicht mehr so verlockend, so interessant, so lukrativ scheint. Die Arbeitsbelastung ist immens, der Verdienst im Vergleich zu den geleisteten Stunden überschaubar. Der Preisdruck wächst und wächst und der Kampf gegen das Wachsen und Weichen ist für kleine Betriebe oftmals erschöpfend und nicht zu gewinnen. Also verständlich, dass da niemand mehr Lust drauf hat, oder?

Aber was sind die Konsequenzen dieser Entwicklung? Was passiert mit all den Betrieben, Äckern und Weiden ohne betriebliche Nachfolge? Sie werden aufgekauft, meistens von den ganz großen. Und hier sind wir wieder bei „Wachse oder Weiche!“ – ein Teufelskreis?

Wie kannst du das Höfesterben aufhalten? Würdest du dich als Tochter oder Sohn an die Weiterführung wagen? Oder auf die Suche nach einer familien-externen Hofübergabe machen? Was könnte die Politik hier tun?